Die Welt mit anderen Augen betrachtet – Barrieren gesucht

AG 60plus und Behindertenbeauftragter nehmen Brookmerlands Verwaltungssitz unter die Lupe

Von links nach rechts: Jann Müller, Hermann Rühaak, Otto Thiele, Ebbel Janssen, Eduard Bojunga, Ida Bienhoff-Topp
(Bild Oliver Heinenberg, Soltau-Kurier, Norden)

(Marienhafe) Mit Marienhafes Alt-Bürgermeister Eduard Bojunga an der Spitze machten sich Mitglieder der Brookmerlander SPD-AG 60+ sowie Behindertenbeauftragter Hermann Rühaak auf den Weg durch Marienhafe. Ziel der kleinen Gruppe, der unter anderem auch Brookmerlands SPD-Fraktionsvorsitzender Otto Thiele sowie die stellvertretende SPD-Gemeindeverbandsvorsitzende Ida Bienhoff-Topp (für den verhinderten Gundolf Harms) sowie die 60plus-Mitglieder Jann Müller und Ebbel Janssen angehörten, war die Feststellung von Barrieren für Behinderte im Kernbereich des Ortes.

Bojunga (85), der täglich noch in Marienhafe unterwegs ist, war gerne bereit mit seinem Rollator beim „Aufspüren“ von Hindernissen den „Testläufer“ zu mimen. „Ich weiß, dass manche ältere Bürger an vielen Stellen große Probleme beim Überwinden kleinerer Hindernisse haben“, so Bojunga,“ die ich aber mit meinem „Fahrzeug“ spielend schaffe“, erklärte der rüstige Senior verschmitzt. Bojunga ergänzte, dass allerdings das größte Problem auf dem Bürgersteig geparkte Kraftfahrzeuge seien. Hier sei ein Durchkommen für Rollstühle, Rollatoren und auch Kinderwagen nahezu unmöglich. Diese Art unbedachten Parkens zwinge Fußgänger sich in Gefahr zu begeben um auf der Fahrbahn diese Hindernisse umgehen zu können; Alternativen hierzu gibt es leider nicht. Wenn es die Menschen dann endlich um das Verkehrshindernis geschafft hätten stünden diese nach etwa zehn Meter wieder vor dem nächsten Falschparker, so Rühaak. Hier wünsche man sich mehr Rücksichtnahme und Achtsamkeit, so der Behindertenbeauftragte weiter.

In der Samtgemeinde Brookmerland wurde bisher schon einiges an Verbesserungen für ältere Menschen und Behinderte geschafft; die Zusammenarbeit mit der Verwaltung ist hier ausgezeichnet, erläutert Ida Bienhoff-Topp. Allerdings gäbe es hier, so wie in jedem Bereich, natürlich auch noch Optimierungspotential, so Bienhoff-Topp weiter. Der neu errichtete zentrale Omnibusbahnhof in Marienhafe (ZOB) sei bereits bei seiner Planung unter den Aspekt der Barrierefreiheit konzipiert worden, allerdings gebe es noch Verbesserungsbedarf auf den Zuwegen zum ZOB, aber unsere Fachleute sind bereits dafür sensibilisiert worden, ergänzt Brookmerlands SPD-Fraktionschef Otto Thiele.

Das Ergebnis der Begehung, so Hermann Rühaak ist eine fotografisch unterstützte Dokumentation von Geh-Hindernissen für Ältere Mitbürger und Behinderte. Die Dokumentation solle nach der Erstellung umgehend an die Verwaltung der Samtgemeinde übergeben werden, mit der Maßgabe, dass diese die Mängel nach und nach abstellen könne, so der Behindertenbeauftragte weiter. Hermann Rühaak bittet hier auch die Bevölkerung des Brookmerlandes um Mithilfe. BürgerInnen mögen konkrete Probleme hinsichtlich Barrieren für behinderte oder ältere MitbürgerInnen in den Mitgliedsgemeinden  an ihn weiterleiten. Er ist unter der Telefonnummer 04934/910367 bzw. hruehaak@nullgmail.com zu erreichen.