Brookmerlander SPD bekräftigt Ablehnung der 380KV-Freileitung Halbemond – Emden

Fraktionsvorstand wertet TenneT-Infoveranstaltung aus. Bau einer Freileitung hat erhebliche negative Auswirkungen auf Mensch, Natur und den Tourismus zur Folge.

(Brookmerland) „Jetzt ist die Politik gefordert“, äußern sich übereinstimmend die Vorstandsmitglieder der SPD-Samtgemeinderatsfraktion in der Diskussion über die 380KV-Freileitung von Halbemond nach Emden. Vorsitzender Otto Thiele begründet das Ansinnen des Vorstandes in der Pressemitteilung mit den Aussagen des Netzbetreibers TenneT während der Informationsveranstaltung in Leezdorf zum geplanten Trassenverlauf.

Dort wurden die Bürgerinnen und Bürger vor der Eröffnung des offiziellen Raumordnungsverfahrens vorab informiert. Zahlreiche Brookmerlander SPD-Fraktions- und Parteimitglieder nahmen die Gelegenheit wahr, um sich für das weitere Verfahren auf den aktuellen Wissensstand zu bringen.

Durch den Bau einer Freileitung befürchtet der Vorstand erhebliche negative Auswirkungen auf Mensch, Natur und den Tourismus.

Wie in der Leezdorfer Info-Veranstaltung zu erfahren war, hat die Firma TenneT von der Bundesnetzagentur den Auftrag erhalten eine Freileitung zu planen. Das wiederum stößt beim Vorstand auf wenig Gegenliebe, er fordert daher das Verfahren neu zu starten und auf Erdkabel umzusteigen.

Mit der Forderung auf Erdverkabelung beziehen sich die Sozialdemokraten auf ein Eckpunktepapier der Bundesregierung vom 01.07.2015, wo Erdkabel zukünftig Vorrang bei neuen Gleichstromtrassen haben. Bislang hatten Freileitungen den Vorrang und Erdkabel waren die Ausnahme. Die Bundesregierung hat jedoch gleichzeitig beschlossen, auch für Wechselstrom die Möglichkeit einer Erdverkabelung vorzusehen.

Für dieses technisch anspruchsvolle und teure Verfahren sollen Pilotprojekte ausgedungen werden.

Die 380KV-Leitung von Halbemond nach Emden ist in dies Pilotverfahren jedoch nicht aufgenommen worden, während die Trasse Emden – Conneforde vor der Aufnahme steht. Hier fordert die SPD von der Bundespolitik ein Umdenken und die Aufnahme der Halbemonder Trasse in dieses Pilotprojekt.

Da die Region durch Onshore -Strom bereits Erzeuger und auch Selbstversorger ist, ist es sinnvoll den Offshore-Strom mittels einer Gleichstromtrasse dort hin zu leiten wo die Energie gebraucht wird und vor Ort dann wieder in Wechselstrom umzuformen.Somit gäbe es durchaus die Möglichkeit auf Erdkabel zu setzen.

Um das Ansinnen der Brookmerlander SPD Nachdruck zu verschaffen, wollen sich die Genossen aus dem Brookmerland mit den Ortsvereinen in den weiteren betroffenen Kommunen kurzschließen und die Thematik an den SPD-Unterbezirk herantragen. „Unsere Hoffnung ruht dort in Person auf unseren Vorsitzenden und MdB Johann Saathoff.

In der Broschüre betont TenneT, dass die Trasse ein wichtiger Baustein für ein zukunftsfähiges Stromnetz ist. Das sehen die Vorstandsmitglieder auch so, sie wollen jedoch für die Strombahn mehr Akzeptanz bei der Bevölkerung in der Region. „Das wiederum erreichen wir jedoch nur mit einer Erdverkabelung“ sagt der Leezdorfer Bürgermeister Manfred Wirringa.

 

(Anm. d. Red.) Der SPD-Unterbezirk Aurich hat die Problematik aufgenommen und bietet hierzu am Mittwoch, den 18.11.15 um 19:00 Uhr im Hotel zur Waage, Marienhafe eine parteiinterne Informationsveranstaltung an. Anmeldungen bis zum 16.11.15 an die SPD-Geschäftsstelle in Norden.