SPD bleibt bei Forderung: Ehemalige Awo-Wohnanlage nicht verkaufen!

Bild: SPD-Brookmerland

Brookmerland – Die Sozialdemokraten erneuern ihre Forderung, die ehemalige Wohnanlage der Arbeiterwohlfahrt (Awo) am Hingstlandsweg in Marienhafe nicht zu verkaufen. Die Diskussion um die Anlage kommt nicht zur Ruhe. Im Gegenteil: Ein Wiederverkauf an einen Investor steht nach wie vor auf der Tagesordnung der Samtgemeinde, nachdem die neue Ratsmehrheit aus CDU, BWG, BfB und Grünen einen Wiederverkauf der Wohnanlage durchsetzen will, wie sie jüngst in der Sitzung des Sozialausschusses deutlich gemacht hatte. Dort habe die „neue Ratsmehrheit“ wortkarg, wenig überzeugend und emotionslos den Antrag der SPD, mit dem der Wiederverkauf gestoppt werden sollte, abgelehnt. Die Sozialdemokraten sehen diese Entscheidung in einer Pressemitteilung „mit sehr großer Sorge“.

In diversen Sitzungen und Zusammenkünften habe die Samtgemeindeverwaltung anhand einer fundierten Kosten-Nutzenanalyse mehrfach überzeugend nachgewiesen, dass sich die Wohnanlage wirtschaftlich von selbst tragen könne.

Die SPD-Fraktion bekräftigt, dass sie zum Kauf der Anlage durch die Samtgemeinde nach wie vor uneingeschränkt stehe. „Wir sind uns unserer Verantwortung gegenüber den Bewohnerinnen und Bewohnern bewusst und wollen, dass die Wohnanlage im Eigentum der Samtgemeinde bleibt“, sagte der SPD-Fraktionsvorsitzende Johann Tjaden.

Die Samtgemeinde erbringe für Familien und Kinder erhebliche freiwillige Leistungen, was die SPD-Fraktion ausdrücklich begrüße. Aber nun ausgerechnet für ältere Menschen, „denen wir sehr viel zu verdanken haben und die vielleicht nicht unbedingt über die großen finanziellen Spielräume verfügen, sollen keine Angebote geschaffen werden“. Auch dann nicht, wenn sie kostenneutral seien. Dies stößt bei den Sozialdemokraten und den Bewohnerinnen und Bewohnern der Wohnanlage auf Unverständnis und Entsetzen, zumal es gerade ehemalige SPD-Funktionäre wie Ida Bienhoff-Topp, Gundolf Harms und Barbara Meyerhoff seien, die vor einem Jahr noch für den Kauf waren und heute die Wohnanlage wieder loswerden wollen!

Woher der Sinneswandel komme, könne man nur vermuten. Aber man könne sich eines Eindrucks nicht erwehren, dass hier den Sozialdemokraten einmal gezeigt werden soll, wie sich die Mehrheitsverhältnisse heute darstellen. „Sollte es tatsächlich ein solches Machtspiel sein, dann trifft es leider die Falschen, nämlich die Bewohnerinnen und Bewohner der Anlage“, sagte Tjaden. Die SPD hoffe allerdings, dass die besonnenen Mitglieder in CDU, BWG, BfB und Grüne sich diesem Gebaren verweigern und sich gegen den Verkauf stellen.

„Die Bewohnerinnen und Bewohner fühlen sich in der Wohnanlage wohl. Sie wollen in Ruhe und Frieden einen ungestörten Lebensabend verbringen. Sie quälen aber die Fragen: Kommt der Verkauf? Wer wird dann neuer Eigentümer?“, sagte Beate Kappher-Gruß, stellvertretende Fraktionsvorsitzende und Bürgermeisterin in Marienhafe. „Die Bewohner haben die Hoffnung, dass CDU, BWG, BfB und Grünen von diesem Vorhaben Abstand nehmen“, so die Sozialdemokraten.